Lasst von der Wiege an, den Menschen ungestört!
Treibt aus der eng vereinten Knospe seines Wesens,
treibt aus dem Hüttchen seiner Kindheit ihn nicht heraus. Friedrich Hölderlin
Kindheit ist nämlich jene Zeit, in der die Zeit nicht zählte,
weil man die Uhr noch nicht lesen konnte. Karlheinz Geißler
von den Kindern
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch,
aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
wie sie zu sein,
aber versucht nicht,
sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen,
von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen
auf Freude gerichtet sein;
denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.
Khalil Gibran
Respekt
Ein Ehepaar sitzt mit seiner sieben Jahre alten Tochter in einem Restaurant. die Kellnerin nimmt
zuerst die Bestellung der Erwachsenen auf und wendet sich dann dem kleinen Mädchen zu.
„Was möchtest du?“ fragt sie.
Das kleine Mädchen schaut schüchtern zu seinen Eltern und antwortet dann:
“Ein Hot dog.“
“Nein, kein Hot dog”, sagt ihre Mutter. „Sie wird gebratenes Huhn nehmen.“
„Mit Kartoffelbrei und Gemüse“, fügt der Vater hinzu.
Die Kellnerin wendet ihren Blick nicht von dem kleinen Mädchen ab und fragt:
„Möchtest du Ketchup oder Senf auf deinem Hot dog?“
„Senf bitte“, antwortet das Mädchen.
„Kommt sofort“, sagt die Kellnerin und eilt in Richtung Küche.
Die Familie sitzt in erstarrtem Schweigen.
Schließlich schaut das kleine Mädchen seine Eltern an und sagt:
„Wisst ihr was? Sie glaubt, dass ich wer bin!“ (aus „Kinder brauchen Werte“; Wayne Dosick; Scherzverlag)
Verwöhne mich nicht!
Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann - ich will
dich nur auf die Probe stellen!
Sei nicht ängstlich, im Umgang mit mir standhaft zu bleiben!
Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicherer fühle.
Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt!
Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir leise
und unter vier Augen sprichst.
Sei nicht fassungslos, wenn ich zu dir sage: "Ich hasse dich"!
Ich hasse nicht dich, sondern deine Macht, meine Pläne zu durchkreuzen.
Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tun!
Ich muss auch peinliche und schmerzhafte Erfahrungen machen, um
innerlich zu reifen.
Meckere nicht ständig!
Ansonsten schütze ich mich dadurch, dass ich mich taub stelle.
Mache keine vorschnellen Versprechungen!
Wenn du dich nicht an deine Versprechen hältst, fühle ich mich im Stich gelassen!
Sei nicht inkonsequent!
Das macht mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu dir.
Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!
Sonst wende ich mich an andere, um dort meine Informationen zu bekommen:
Lache nicht über meine Ängste!
Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst, mich ernst zu nehmen.
Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen!
Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.
Versuche nicht so zu tun, als seiest du perfekt oder unfehlbar!
Der Schock ist groß, wenn ich herausfinde, dass du es doch nicht bist.
Kinder ruhn in der Liebe
aber sie sind ja
auch rein in dem Zustande
der Täuschung,
dass es möglich sei,
jemandem anzugehören,
und wo sie <mein> sagen,
da machen sie doch keinen Anspruch,
zu besitzen,
drücken an sich und lassen los,
oder wo sie doch halten,
da ist es Gott,
mit dem sie noch
dumpf zusammenhängen,
der die Andern durch
diese schuldlos
offenen Arme an sich zieht.
"Was
klagst Du über die Spuren der Kinder
über die Striche an der Wand und die Löcher
im Vorhang- eines Tages wirst Du sie vermissen, wenn Du allein bist.
Was stöhnst Du über die zerrissenen Sachen
über den Dreck an ihren Schuhen und die ganze
Unordnung-irgenwann ist das nur noch Erinnerung,
die Dir die Augen feucht macht.
Was brüllst Du wenn sie schreien-die Kinder wenn sie frech sind
und Dich spöttisch kritisieren - in ein paar Jahren wirst Du Ruhe
haben, die Dich quälen wird."
Rezepte
Fingerfarben
für Babies:
75
g Roggenmehl mit Wasser in einem Kochtopf mischen. Unter ständigem
Rühren zum Siedepunkt bringen. Mit 4 Teellöffeln kaltem Wasser
vermischtes Stärkemehl dazugeben. Abkühlen lassen und mit
etwas Lebensmittelfarbe färben.
Plastelin:
40
dag glattes Mehl
20 dag Salz
3 Eßl. Alaun (Apotkeke)
1/2 l kochendes Wasser
3 Eßl. Öl zu Wasser geben!
Lebensmittelfarbe
Erst
trockenen Zutaten (auch Lebensmittelfarbe) mischen,
dann fllüssige
Zutaten!
In verschlossener Dose bis 3 Monate haltbar!
Salzteig:
1
Tasse Mehl = ca. 100 g Mehl
1 Tasse Salz = ca 200 g Salz
Salzteig
für einfache Modelle:
200
g Mehl
200 g Salz
125 ccm Wasser
Einfach alles vermengen!
Für Modelle zum Lufttrocknen 2 EL Tapetenkleister dazugeben!
Einschlafschwierigkeiten
Zwiebelmilch:
1/2
Zwiebel in heißer,
nicht kochender Milch
10 Minuten ziehen lassen mit Honig gesüßt trinken.
Dampfkompresse:
Mit
oder ohne Zusatz von
ätherischen
Ölen (bei Babies ohne Zusatz),
heiße (altersabhängig) feuchte Tücher auf Bauch auflegen
Es
war einmal ein kleines Mädchen namens Miriam, das hatte im Wald
gespielt und sich dabei verirrt. Es suchte und suchte den Weg zurück,
geriet aber stattdessen immer tiefer in Wald hinein. Es dunkelte schon
und fing an zu regnen. Durchnäßt, müde und zitternd
vor Kälte setzte sich Miriam auf einen Baumstrunk. Wie sahen die
Bäume nun fremd und bedrohlich aus! Mußte es nun die ganze
Nacht mutterseelenallein in diesem finstern, schrecklichen Wald bleiben?
Bei disem Gedanken fing Miriam bitterlich zu weinen an.
Plötzlich
hörte es ein feines Stimmchen neben sich: "Komm, ich helfe
Dir". Vor Miriam schwebte ein kleines Wesen mit einem fröhlichen
Gesicht. "Wer bist Du?" wunderte sich Miriam und machte grosse
Augen. "Ich bin das Wickelgeistlein. Tscheruli heisse ich. Komm,
ich zeig dir den Weg". Dankbar folgte das Mädchen dem Geistlein,
das ihm mit einem hellen Schein durch den Wald voraushuschte
.
Wie froh war Miriam. Die Bäume waren ihm nun plötzlich wieder
vetraut und nickten ihm freundlich zu. Bald war das Mädchen mit
seinem kleinen Begleiter daheim. Zu Hause schloss die Mutter Miriam
in die Arme, Sie hatte sich schon grosse Sorgen gemacht.
Miriam hustete und ihr war furchtbar kalt. "Kind, du musst sofort
ins Bett", sagte sie beunruhigt. "Einen Wickel musst du machen"
piepte Tscheruli und tanzte fröhlich im Zimmer herum. "Komm,
ich zeig dir wie!" Schon flitzte das lustige Wesen in Küche
und Bad umher und suchte die notwendigen Tücher und Zutaten zusammen.
Die Mutter machte nun mit dem Wickelgeistlein gemeinsam einen Kartoffelwickel
zum Wärmen und gegen den Husten. Dazu zauberte das Geistlein einen
sommerwarmen Hauch von Thymian ins Zimmer. Miriam kannte den Duft: Er
weckte die Erinnerung an glückliche Stunden in den Bergen. Im Sommer
hatte das Mädchen mit seinen Eltern auf einer Wanderung bei einem
sonnendurchglühten Felsbrocken gerastet. Von den blühenden
Thymianpolstern ringsum hatte es sich ein lilagrünes Duftsträußchen
gepflückt...
Miriam
hatte sich stark erkältet und bekam hohes Fieber. Das Geistlein
schwebte getreulich über dem Bett und verscheuchte die unangenehmen
Fiebeträume. Es zeigte der Mutter, wie sie kalte Wadenwickel machen
konnte. Dazu erzählte es mit seiner feinen Stimme Geschichten aus
dem Wald, von seinen Freundinnen und Freunden, den Kräuterelfen,
Wurzelfrauen und Zwergen. Da wurde es Miriam wunderbar wohl, und bald
ging es ihm besser. Nun spielte Tscheruli mit dem Mädchen. Mit
den lustigsten Kapriolen und Luftkunststücken brachte das Wickelgeistlein
Miriam zum Lachen. Die Zeit verging im Flug. Abends aber wurde das Geistlein
ruhig und begann nach Lavendel zu duften. Miriam bekam für die
Nacht einen Lavendelölwickel, damit der Husten auch einschlafen
konnte und erholsame Träume zu Besuch kamen.
So
half das Wickelgeistlein Miriam gesund zu werden. Und als das Mädchen
wieder wohlauf war, verabschiedete sich Tscheruli mit den Worten: "Ich
werde dich besuchen, wenn du wieder einmal krank bist. Und sag´s
auch den andern Kindern. Ich komme gern!"
Dieses
Märchen kann nach Belieben verändert und erweitert werden.
Mit ein wenig Aufwand kann aus einem Stück Gaze oder feinem Stoff,
mit Rohwolle oder Watte ein solches Wesen selber hergestellt werden.
(Gesicht und Hände nur andeuten, dadurch wird die Fantasie der
Kinder angeregt.)
Das
Sorgenpüppchen
Eine
Holzkugel als Kopf nehmen, mit einem bunten Stoffresterl abbinden und
ein Gesicht auf den Kopf malen. Abends soll das Kind dem Püppchen
all seine Ängste und Sorgen erzählen, und unter seinen Kopfpolster
legen. Am nächsten Morgen sind alle Sorgen und Ängste verschwunden!
Eines Tages werden Maschinen vielleicht nicht nur rechnen sondern auch denken.
Mit Sicherheit aber, werden sie niemals Phantasie haben.
Es
war einmal ein König und eine Königin, die hatten sich von
Herzen lieb, und sie lebten zusammen im goldenen Schloße.
Und
da sie sich so sehr liebten, wünschten sie sich sehnlichst ein
Kind-und das kam auch. Es war ein Mädchen. Und der König und
die Königin freuten sich über alle Maßen.
Sie
ließen das Kind wachsen und gedeihen und umsorgten es mit großer
Sorgfalt und Liebe.
Es war eine große Wonne das Kind anzusehen, aber auch zu sehen,
wie Eltern und Kind miteinander umgingen.
Als
das Kind schon größer war und laufen konnte und da herumspielte,
schenkten eines Tages der König und die Königin ihrem Kinde
eine goldene Kugel. Und das Kind freute sich so sehr über seine
goldene Kugel, sodaß es ständig damit spielte; es wurde ihr
allerliebstes Spiel. Sie wollte sie nie ablegen, bei Tag nicht und bei
Nacht nicht. Sie trug sie immer bei sich.
Als
das Mädchen noch viel größer geworden war und sich immer
weiter entfernte vom goldenen Schloße um zu spielen und um die
Umgebung zu entdecken, da kam sie eines Tages ganz bestürzt nach
Hause und rief:
"Vater! Mutter! Ich fürchte mich so sehr, daß ich eines
Tages die goldene Kugel beim Spielen verlieren könnte."
Und
die königlichen Eltern sahen, wie groß die Sorge ihres Kindes
war. Aber sogleich wußten sie auch Rat.
In
der nächsten Nacht, als ihre Tochter fest schlief, da gingen sie
zu ihrem Bette und sie schloßen die goldene Kugel tief im Herzen
ihres Kindes ein.
Am
nächsten Tage, als das Mädchen aufwachte, da sprang es auf
und jubelte und lief zu seinen Eltern und sagte:
"Vater!
Mutter! Jetzt kann ich die goldene Kugel niemals verlieren, denn ich
spüre sie tief in meinem Herzen."
"Oh
ja," sagten der König und die Königin, "dir zu Liebe
haben wir die goldene Kugel tief in deinem Herzen eingeschlossen. So
kannst du sie wahrlich niemals verlieren. Und wo du hingehst, was du
erleben magst, und auch wenn du in allergrößter Not gerätst,
du brauchst nur an die goldene Kugel in deinem Herzen zu denken und
im nu bist du mit uns und mit dem goldenen Schloße vereint. So
wirst du dich immer und überall geborgen und geliebt fühlen."
Von
diesem Tag an spielte die Königstochter unbesorgt.
Meiner
Tochter habe ich eine
Plastikkugel mit einem Goldspray besprüht,
und ihr mitsamt dieser Geschichte geschenkt.
*
Ein Gefühl ist wie ein Kind...
Ein Gefühl ist wie ein Kind,
das in uns lebt und weint und lacht,
Hunger hat und bemerkt sein will.
Wer zu seinem Gefühl zu oft sagt:
Sei still,
ich habe jetzt keine Zeit für dich -
dessen inneres Kind sitzt eines Tages
in einer vergessenen Ecke und trauert,
wird krank und verkümmert.
Mit Gefühlen soll man umgehen,
wie man mit einem Kind umgeht.
Man sieht ihm freundlich zu und aufmerksam.
Man hört, was es klagt,
man leidet mit ihm, wenn es leidet.
Denn Gefühle sind die lebendigsten Kräfte in uns,
und keine andere Kraft in uns
bringt so Lebendiges hervor.
Ein Kind hat auch Wünsche,
berechtigte, gute, schöne,
die nicht zu erfüllen sind.
Dann nehmen wir es auf den Arm
und sind mit ihm traurig.
Aber wir schicken es nicht weg.
Ein Kind kann verstehen,
dass es nicht alles haben kann.
Aber lieben muss man es,
ihm Mut geben und Fröhlichkeit,
und Raum, seine Kräfte zu regen.
Den Mut aufzubringen, die Schrtte zu tun, die wir immer
schon tun wollten - ist die einzige Art zu zeigen, daß wir dem Leben
vertrauen! (Egal wie tief wir fallen, das Leben fängt uns auf
oder wir fallen von dieser Kugel nicht runter.)
Wenn etwas gut ist, ist es egal wie`s (den anderen) schmeckt!
Es muss im Leben mehr als alles geben
Einst hatte Jenny alles. Sie schlief auf einem runden Kissen im oberen und auf einem viereckigen Kissen im unteren Stockwerk. Sie hatte einen eigenen Kamm, eine Bürste, zwei verschiedene Pillenfläschchen, ein Thermometer und einen roten Wollpullover für kaltes Wetter. Sie hatte zwei Fenster zum Hinausschauen und zwei Schüsseln für ihr Futter. Und sie hatte einen Herrn, der sie liebte.