In den letzten drei Jahren durfte ich viel von Menschen mit besonderen
Kenntnissen lernen.
Ich spreche hier vorallem von Autisten, weil ich beruflich seit 3 Jahren mit ihnen arbeiten darf. Ich bin der Meinung ,
dass alle Personen, auch die, die eine Einschränkung haben, ein Recht auf Achtung haben! Auch wenn sie unserer heutigen Gesellschaft nichts mehr bringen, weil sie nicht so viel "leisten" können wie Funktionierende!
"Vielleicht würde uns allen ab und zu ein bisschen mehr "Mut zu Autismus", d.h. zum Eigenen zu stehen und es kompromissloser zu schützen, ebenso wie eine konsequente Verweigerung apersonalen Ansprüchen gegenüber - auch wenn sie normentsprechend sein sollten - gut tun?
E.Wurst
Dem Autismus stehen wir hilflos und ohnmächtig gegenüber.
Das heißt, wir sind mit unerem Latein am Ende.
Könnten wir soviel von unseren perfekten, gesunden Kindern lernen?
Und genau deswegen, sind wir auf uns zurückgeworfen und müssen das Thema anders angehen.
Anscheinend gibt es in unserer Welt doch noch Aufgaben die wir nicht im Stande sind zu lösen. Für Alles und Jenes gibt es heute Rezepte, Lösungen und Ratschläge. Mit Geld kann man fast alles kaufen. Wer genug Geld hat, bei dem taucht doch noch irgendwo ein Spezialist auf, der die Lösung hat und Heilung verspricht.
Nur zum Thema Autismus stehen auch die besten Spezialisten an.
Mir kommt es fast so vor, als hätte uns der liebe Gott den Autismus geschickt um uns zum Nachdenken anzuregen.
Was machen wir nur wenn wir so hilflos sind?
Wir müssen innehalten und unsere Lebensgeschwindigkeit in Frage stellen. Der Autist stoppt uns und bremst uns. Er lässt uns anfangs hoffen, verzweifeln, resignieren und stellt schließlich unsere Ansichten auf den Kopf.
Warum kriegen wir es nicht hin, dass wir den Autisten endlich so "herrichten" wie er nach unserer Vorstellung zu sein hat.
Warum kommen wir nicht an ihn ran? Und warum kommen wir immer mehr an die Grenzen?
Ja, warum nur?
Vielleicht sollten wir anders rum denken?
Warum kommt er nicht an uns heran?
Was können wir von ihm lernen?
Er ist urspünglicher als wir.
Wir haben viel mehr dazu gelernt als er:
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Wie wir unsere Gefühle im "Griff" haben
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Wie wir mit Verstand unser Tun lenken
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Wie wir uns an der gemessenen Zeit festhalten
um Halt und Orientierung zu finden
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Wie wir uns anderen und der Gesellschaft anpassen
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Wie wir unser Dasein auf Konsum und Prestige konzentrieren
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Wieviel wir auf unserem Sparkonte haben
Was interessiert das alles den Autisten, bei dem nur seine Welt zählt?
Er öffnet uns die Augen. Wir müssen hinsehen und merken, wir laufen in einem Hamsterrad. Wir lassen uns von der Beschleunigung mitreißen.
Noch mehr, noch besser, noch schöne, noch älter, noch gesünder..!
Der Autist hat Angst vor unserer Welt, weil er auf den ursprünglichen, richtigen Sinn unserer Welt eingestellt ist. Für ihn ist unser Tun unecht und unwirklich.
Es ist gegen sein Sein, sich uns anzupassen. Er weiß mehr um sich selbst, als wir von uns und unserem Ursprung.
Es lässt sich vielleicht nur erahnen, wie schwer ihm das fallen muss....
Er fühlt sich sicher in seiner Welt und will doch zu uns dazugehören.
Seine Welt ist sein bester Schutz! Wir sollten das auf jeden Fall respektieren!
Ausschnitt:
"suche am sicherheisnervenden spiegel mich wiederzuerkennen
will mich ansehen
aber wage es nicht
alle schrecken des autismus sehe ich darin
wer sachen willkuerlich astrein zerstoert
eifert auch sich selbst agierend zu vernichten ich will aus diesem
Kreislauf per suchedruchblick raus
eine menschenart der aberwitziger baerenstarker birger angehoert
aber aus mir wird einer werden
genauso einer wie andere sehr wunderbare erdenwuerdige menschen
ich werde wagen einen spiegel anzuschauer
einen erdenmenschen werde ich sehen" (22.6.94)
Birger Sellin - Ich will kein inmich mehr sein/botschaften
aus einem autistischen Kerker (IsbN: 3-462-02463-9)
Links:
Was ist Autismus und was nicht>>>
colin.twoday.net>>>
www.autismus.cafesophal.com
wikipedia.org/wiki/Autismus
*
Was wir ihnen geben können:
Zuwendung, Anerkennung, Geltung und
sinnvolle Beschäftigung - und Liebe!
Mein Hintergrund basiert auf der
Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor. E. Frankl >>>
Er wird von mir mit seinen Besonderheiten als Ganzheit
betrachtet und
akzeptiert und nicht auf ein Normbild hin
erzogen, geheilt oder repariert!
*
Der Humor ist eine Waffe der Seele im Kampf um ihre
Selbsterhaltung. Ist es doch bekannt, dass der Humor wie kaum sonst etwas im menschlichen Dasein geeignet ist, Distanz zu schaffen
und sich über die Situation zu stellen, wenn auch nur,
für Sekunden.
Viktor E. Frankl
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Ich wünsche Dir:
Die Freiheit,
das zu sehen und zu hören,
was im Moment wirklich da ist,
anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
Die Freiheit,
das auszusprechen,
was Du wirklich fühlst und denkst,
und nicht das, was von Dir erwartet wird.
Die Freiheit,
zu Deinen Gefühlen zu stehen,
und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
Die Freiheit,
um das zu bitten,
was du brauchst,
anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
Die Freiheit,
in eigener Verantwortung Risiken einzugehen,
anstatt immer auf Nummer Sicher zu gehen
und nichts Neues zu wagen.
Virginia Satir
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